Wie weisen Sie einem Raspberry Pi einfach eine statische lokale Domäne zu?

Wenn Sie es leid sind, die IP-Adressen Ihrer Geräte zu suchen, auf die Sie häufig per Fernzugriff z.B. mit SSH und anderen Mitteln in Ihrem Heimnetzwerk zugreifen, können Sie sich eine Menge Zeit sparen, indem Sie dem Gerät eine leicht zu merkende lokale statische Adresse zuweisen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihrem Raspberry Pi eine Adresse zuweisen und benutzen können.

Warum Sie das wollen und wissen sollten?

Höchstwahrscheinlich verwendet Ihr Heimnetzwerk eine DHCP-IP-Zuweisung über einen Router oder Server, was bedeutet, dass jedes Mal, wenn ein Gerät das Netzwerk verlässt und zurückkehrt, ihm eine neue IP-Adresse unter Umständen zugewiesen wird. Selbst wenn Sie für ein häufig verwendetes Gerät eine statische IP-Adresse festlegt haben, z.B. für Ihren Raspberry Pi, müssen Sie sich diese schwer merkbare Nummer immer wieder einprägen. Und wenn Sie die Nummer aus irgendeinem Grund ändern, müssen Sie sich evtl. eine neue Nummer abspeichern.

Das ist umständlich, aber dafür gibt es eine einfache technische Möglichkeit, sich das Leben zu erleichtern. Warum sollten Sie sich die Mühe machen, sich IP-Adressen zu merken, wenn Sie Ihren lokalen Geräten einfach zu merkende Namen wie application-server.local oder smarthome-bridge.local vergeben können?

Einige von Ihnen, vor allem diejenigen, die sich mit DNS, Domänennamen und anderen Netzwerkadressen Strukturen auskennen, fragen sich jetzt vielleicht: Wo ist der Haken?

Besteht nicht ein implizites Risiko oder Problem, wenn Sie einfach einen Domänennamen in Ihr bestehendes Netzwerk einfügen? An dieser Stelle ist es wichtig, den großen Unterschied zwischen Fully Qualified Domain Names (FQDNs), die offiziell anerkannte Endungen für Top-Level-Domains sind, z.B. der .eu-Teil von www.marcit.eu, der bedeutet, dass die Unternehmensseite marc.it eine kommerzielle Website ist, und Domain-Namen, die entweder vom globalen Benennungs-/DNS-System nicht anerkannt werden oder für die Nutzung in privaten Netzwerken reserviert sind, zu beachten.

Zum Beispiel ist .internal zum jetzigen Zeitpunkt kein FQDN, es gibt nirgendwo auf der Welt registrierte Domänen, die auf .internal enden. Wenn Sie also Ihr privates Netzwerk so konfigurieren, dass .internal für lokale Adressen verwendet wird, besteht keine Gefahr eines DNS-Konflikts. Das könnte sich jedoch in Zukunft ändern, auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, wenn .internal ein offizieller FQDN wird und Adressen, die auf .internal enden, über öffentliche DNS-Server extern auflösbar sind.

Die .local-Domäne hingegen wurde offiziell als Special-Use Domain Name (SUDN) speziell für die Nutzung in internen Netzwerken reserviert. Sie wird niemals als FQDN konfiguriert, so dass Ihre benutzerdefinierten lokalen Namen niemals mit bestehenden externen Adressen in Konflikt geraten können z.B. application-server.local.

Was Sie dafür brauchen?

Die geheime Zutat, mit der das gesamte lokale DNS-Auflösungssystem funktioniert, ist als Multicast Domain Name Service (mDNS) bekannt. Verwirrender Weise gibt es eigentlich zwei Implementierungen von mDNS, eine von Apple und eine von Microsoft, die im Markt vertreten sind. Die von Apple entwickelte mDNS-Implementierung ist die Grundlage für den beliebten Bonjour-Dienst zur Ermittlung lokaler Netzwerke. Die Microsoft-Implementierung ist als Link-Local Multicast Name Resolution (LLMNR) bekannt. Die Microsoft-Implementierung wurde nie auf breiter Basis angenommen, da sie verschiedene Standards nicht einhielt und ein Sicherheitsrisiko in Bezug auf die Domänen darstellte, die für die lokale Verwendung erfasst werden konnten.

Da Apples mDNS-Implementierung Bonjour eine viel breitere Akzeptanz genießt, besser unterstützt wird und eine große Anzahl von Anwendungen für viele Plattformen bietet, geht dieser Artikel auf Apples Implementierung ein.

Wenn Sie bereits einen Rechner mit Apples OS X in Ihrem Netzwerk haben, müssen Sie nichts weiter tun, als dieser Anleitung zu folgen, um die Dinge auf Ihrem Raspberry Pi oder einem anderen Linux-Gerät einzurichten. Sie können sofort loslegen, da Ihre Geräte dies bereits unterstützen.

Wenn Sie einen Windows-Rechner verwenden, auf dem kein iTunes installiert ist, das einen Bonjour-Client für die mDNS-Auflösung installiert hätte, können Sie den Mangel an nativer mDNS-Unterstützung beheben, indem Sie Apples Bonjour-Druckerdienst-Hilfsprogramm herunterladen. Obwohl die Download-Seite den Eindruck erweckt, dass es sich um ein reines Drucker-Tool handelt, fügt es tatsächlich eine mDNS Bonjour-Unterstützung für Windows hinzu.

Raspberry Pi Bonjour-Unterstützung installieren

Als Erstes müssen Sie entweder einen Terminal auf Ihrem Pi aufrufen oder sich per SSH mit dem entfernten Terminal verbinden. Sobald Sie im Terminal sind, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um ihr System mit apt-get zu aktualisieren.

$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get upgrade

Nachdem die Aktualisierung abgeschlossen ist, ist es an der Zeit, Avahi zu installieren – eine kleine Open-Source-mDNS-Implementierung. Der Avahi-Daemon gewährleistet, dass der Hostname eines Geräte im lokalen Netzwerk bekannt gemacht wird. Das funktioniert nur dann sicher, wenn alle im Netzwerk Avahi, Zeroconf oder Bonjour unterstützen. Geben Sie den folgenden Befehl in der Eingabeaufforderung ein:

$ sudo apt-get install avahi-daemon

Sobald der Vorgang der Installation abgeschlossen ist, müssen Sie das Gerät nicht einmal neu starten. Ihr Raspberry Pi wird sofort beginnen, lokale Netzwerkanfragen nach seinem Hostname unter raspberrypi.local zu erkennen.

Nochmals zur Verdeutlichung: Der Teil, der vor der Endung .local steht, ist immer der Hostname des Geräts. Wenn Sie möchten, dass Ihr Raspberry Pi beispielsweise den lokalen Namen application-server.local trägt, müssen Sie den Hostnamen des Pi einfach nur abändern. Dies kann durch Auswahl der Option Hostname unter Advanced Options in raspi-config erfolgen. Hier geht es zum Artikel, um einen kleinen Webserver mit Hilfe von Docker aufzusetzen, ein praktisches Beispiel auch für den Einsatz auf einem Raspberry Pi.

Rufen Sie nun die neue .local-Adresse auf dem Rechner auf, von dem aus Sie auf das Gerät zugreifen möchten.

Fertig! Die Adresse smarthome-brige.local wird nun zu der IP Ihres Pi aufgelöst. Von nun an kann jede Anwendung oder Dienst, der zuvor die IP-Adresse des Raspberry Pi benötigte, stattdessen die .local-Adresse verwenden.

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